Bericht zur Bildungsreise nach Berlin

Berlin politisch, geschichtlich und kulturell– Veranstaltungsbericht der Bildungsveranstaltung

Am 24.-25.08.2018 organisierte die Servicestelle  für den Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug in Sachsen-Anhalt der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. eine Bildungsreise für nach Berlin. An der Bildungsreise nahmen 28 Freiwilligendienstleistende aus Sachsen-Anhalt mit und ohne Fluchterfahrung teil und erkundeten die politische und kulturelle Bedeutung der Bundeshauptstadt. Die zweitägige Veranstaltung ist der Jahreshöhepunkt im Qualifizierungsprogramm der Servicestelle für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) mit Flüchtlingsbezug in Sachsen-Anhalt.

Zunächst stand der Besuch des Bundestages auf dem Programm. Bei einem Vortrag auf der Besucherbühne des Plenarsaals wurde Wissenswertes über die Aufgaben, die Arbeitsweise sowie die Zusammensetzung des Parlaments vermittelt. Anschließend hatte der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Karamba Diaby zum Gespräch eingeladen. In einem lockeren Austausch unterhielten sich die Freiwilligendienstleistenden mit ihm über seinen politischen Werdegang, seine Ziele und Visionen aber auch seine Rassismuserfahrungen. Insbesondere die aktuelle Debatte über einen gesellschaftlichen Pflichtdienst war von großem Interesse für die Bundesfreiwilligen im Sonderprogramm mit Flüchtlingsbezug. Abschließend genoss die Gruppe den Besuch der  Dachterrasse und Kuppel des Reichstages sowie den weiten Blick über Berlin.

Im Anschluss an den Besuch im Bundestag hatten die Bundesfreiwilligen die Möglichkeit vom Wasser aus während einer Spreetour die historischen Sehenswürdigkeiten Berlins zu entdecken, etwa das  Nikolaiviertel, den Berliner Dom, das Regierungsviertel sowie weitere interessante und historische Orte entlang des Spreeufers. Die wechselseitige Geschichte Berlins stand hier stellvertretend für die wechselhafte Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Beim abschließenden Abendessen wurden die Eindrücke des Tages ausgetauscht und bis in die Abendstunden gemeinsam diskutiert.

Am Samstag standen zwei bedeutende Ereignisse der jüngeren deutschen Geschichte im Mittelpunkt des Programms. Den Beginn bildete der Besuch des Denkmals für die ermordeten Juden Europas mit einer  Führung durch das Stehlenfeld sowie das darunter verborgene Museum.  Nach einer Mittagspause am Brandenburger Tor wurde die  East-Side Galery erkundet, die aus mehreren hundert Metern künstlerisch gestalteten Elementen der  ehemaligen Berliner Mauer besteht.

Der Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug bietet Menschen mit und ohne Fluchterfahrung die Möglichkeit eines bürgerschaftlichen Engagements in einer gemeinnützigen Einrichtung im Tätigkeitsfeld der Flüchtlingshilfe. Entsprechend perspektivenreich war auch die abschließende Einschätzung der Exkursionsteilnehmenden.   Die Teilnehmenden diskutierten die Frage, wie Erinnerungskultur mit Hilfe von Denkmälern gut funktionieren kann und stimmten schließlich überein: „Diese Exkursion war sehr interessant und intensiv, da der Umgang mit der eigenen Geschichte schwer ist, wenn historische Orte einfach verfallen“. Andere Teilnehmende zogen Rückschlüsse auf das eigene Leben und den Umgang mit Erinnerung im jeweiligen Herkunftsland.

„Mit dieser Bildungsreise haben wir Denkanstöße geliefert. Gleichzeitig war diese zweitägige Exkursion auch ein Ausdruck der Wertschätzung für ein Jahr engagierter Freiwilligenarbeit. Dieses Ziel haben wir, so denke ich, erreicht“, freut sich Sascha Achner, pädagogischer Mitarbeiter der Freiwilligenagentur Halle-Saalkreis e.V.

Eine kleine Auswahl an Bilder der Veranstaltung finden Sie hier.

Veranstalter:
Servicestelle für den BFD mit Flüchtlingsbezug Sachsen-Anhalt
Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V.

Im Projektverbund mit:
Freiwilligenagentur Halle-Saalkreis e.V. (FWA)
Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt (LAMSA)
Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (LAGFA)
Hintergrund
Die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA) hat in Kooperation mit dem Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt e.V. (LAMSA), der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V. (FWA) sowie der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Sachsen-Anhalt (LAGFA) im Auftrag des Landes eine Servicestelle mit Beratungs- und Qualifizierungsangeboten entwickelt, die kommunale und nicht-verbandsgebundene Einsatzstellen bei der Einführung und Umsetzung von Bundesfreiwilligendiensten im Rahmen des Sonderprogramms „BFD mit Flüchtlingsbezug“ begleitet und unterstützt.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Servicestelle für den Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug in Sachsen-Anhalt
Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V.
Schellingstr. 3-4
E-Mail: bfd@agsa.de
Tel.: +49 391 53 71 200